Landschaftspflege

Naturschutzesel

 

Alle Esel und Maultiere von Packeseltouren-Brandenburg arbeiten in ihrer Freizeit als Landschaftspfleger im Dienste des Naturschutzes. Als solche beweiden sie wertvolle Trockenrasen im Nationalpark Unteres Odertal und im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. Die Beweidung verhindert die Verbuschung und Vergrasung der natürlicherweise kräuter- und blumenreichen Trockenrasen.

 

Beweidung

 

Gutes Eselland

 

Esel waren ursprünglich in kargen, steinigen Wüstengebieten beheimatet und fühlen sich daher auf trockenen, nährstoffarmen Standorten besonders wohl. Außerdem stehen einige aus Naturschutzsicht unerwünschte Pflanzen auf ihrem Speiseplan: Gehölze und das Landreitgras ‚Calamagrostis'. Holz und Rinde gehört zur natürlichen Nahrung von Eseln, und das Landreitgras wird zu allen Jahreszeiten gefressen, im Winter sogar die dann vergleichsweise nährstoffhaltigen Rhizome (Wurzeln) ausgegraben. Weiterhin wälzen sich Esel mit Vorliebe an sandigen Stellen und schaffen so offenen Boden, den Heuschrecken und konkurrenzschwache Pflanzen dringend als Lebensraum benötigen.

 

Beweidung

 

Alle ungezäunten Standorte im Biosphärenreservat und im Nationalpark werden ein bis zwei mal jährlich mit flexibler Elektrozäunung mit sechs bis 14 Eseln und Maultieren beweidet. Die Tiere werden täglich auf ihren Gesundheitszustand kontrolliert, mit Wasser und Salz versorgt und regelmäßig Hufpflege, Impfungen und Entwurmung unterzogen. Sobald ein Standort ausreichend abgeweidet ist, wird die Herde zur nächsten Fläche gebracht.

 

Im südlichen Nationalpark beweidet die Herde außerdem ein 13 Hektar großes, festgezäuntes Areal. Hier erfolgt zusätzlich Winterbeweidung auf der gesamten Fläche. Für ausreichenden Witterungsschutz sorgt dann ein großes Weidezelt. In der Vegetationsperiode wird das Gebiet je nach den besonderen Naturschutz-Anforderungen in phasenweise intensiv beweidete Teilflächen unterteilt.

 

Gefährdete Lebensräume und Förderung

 

Trockenrasen und Halbtrockenrasen gehören zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen und beherbergen eine reichhaltige Flora und Fauna. In Brandenburg befindet sich mit den Hängen des Odertals und den Drumlins der Endmoränengebiete ein Vorkommensschwerpunkt solcher Standorte in Deutschland. Damit kommt Brandenburg eine besondere Verantwortung und gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie auch die Pflicht für den Erhalt dieser Lebensräume zu. Daher wird die Eselbeweidung vom Landkreis Barnim, von den Verwaltungen des Biosphärenreservates Schorfheide- Chorin und des Nationalparks Unteres Odertal sowie von den Landeigentümern der Beweidungsflächen finanziell und moralisch unterstützt.

 

Drumlin

 

 

 

Die Stärken der Esel

 

Auch stark vergraste und vermooste und verfilzte Flächen mit ausgeblühten Grasbeständen werden von Eseln noch gefressen und dadurch eine deutliche Reduktion der Biomasse auch auf lange ungenutzten Standorten erreicht. Die kleinen Hufe der Esel und ihr insgesamt ruhigeres Wesen als das z.B. von Pferden verhindern im Wesentlichen Trittschäden. Die Bilder zeigen den Kälberberg in Stolzenhagen im Winter 2008 nach zweizügiger Beweidung. Vor Aufnahme der Beweidung im Juni 2008 befand sich hier ein 1 bis 1,5 m hoher Glatthafer-dominierter, blütenarmer Pflanzenbestand.

 

Kälberberg_1

  

  

Kälberberg_2

 

 

 

Vor allem Schlehegebüsche breiten sich auf brachliegenden Trockenrasen schnell aus und verdrängen nach und nach die geschützte Vegetation. Die mechanische Beseitigung der stacheligen Schlehe ist mühsam, zudem treibt die Pflanze u.a. über Wurzelausläufer bald wieder von neuem aus.

 

Esel verbeissen die Schlehentriebe, fressen die Schlehenbeeren und schälen die Stämme, insbesondere im Herbst und Winter, wenn anderes nahrhaftes Futter Mangelware ist. Wird diese Winterbeweidung über mehrere Jahre konsequent betrieben, können die Esel, wo gewünscht, auch große und dichte Schlehengebüsche nachhaltig zerstören.

 

Gehölzbeseitung